ileoanale Pouch

Der ileoanale Pouch wird als Alternative zu einem Ileostoma (künstlicher Dünndarmausgang) angelegt. z.B. ist er bei schwer verlaufender Colitis ulcerosa mittlerweile das Mittel der Wahl. Nach der Entfernung des Dickdarms wird aus den letzten Dünndarmschlingen ein künstliches Reservoir ähnlich einer Tasche erzeugt. Dieses Reservoir hat am unteren Ende eine Öffnung, die mit dem Schließmuskelapparat verbunden wird. Das angenehme daran ist, dass sich der Stuhl in dem Pouch sammelt und dann wie zuvor über den After ausgeschieden wird. Es geht also alles seinen gewohnten Weg, nur ohne Dickdarm.
Die technisch einfachste Anlage ist der J-Pouch, der heute als Standardverfahren gilt. Weitere Anwendungen finden der S- und der W-Pouch, vornehmlich bei Zweiteingriffen zur Wiederherstellung der Darmkontinuität. Die Operationsmethode ist seit Anfang der 80er Jahre bekannt und nimmt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung zu. Eine Pouch-OP ist allerdings ein schwerwiegender Eingriff. Der operative Eingriff hat weitgreifende Konsequenzen und setzt neben der speziellen Erfahrung des Chirurgen eine sorgfältige Indikationsstellung voraus. Hierzu gehört das Informationsgespräch zwischen operierendem Arzt ebenso wie die Kommunikation mit Menschen, die sich bereits einer derartigen Operation unterzogen haben.
Die meisten Chirurgen halten ein für einige Wochen oder Monate angelegtes Stoma zum Schutz der Pouchnähte für wichtig. Nach der Operation dauert es in der Regel einige Wochen, bis sich der Körper an die neue Situation gewöhnt und sich die Stuhlfrequenz eingependelt hat. 4 - 8 Stuhlentleerung am Tag sind dabei durchaus normal. Wie beim Ileostoma entleert sich der Stuhl als mehr oder weniger fester Brei. Allerdings bringt es die Möglichkeit diverser Komplikationen (z.B. Pouchitits eine Entzündung in dem künstlich angelegten Beutel, zu häufiger Stuhldrang, Undichtigkeit des Schließmuskels (Inkontinenz), Verengungen des Pouchausgang) mit sich, dass ein nennenswerter Teil der Operierten nicht die erhoffte Unbeschwertheit erreicht. In diesem Fall können immer noch die Ileostomie oder die Umwandlung in eine Kocksche Tasche (künstliches Reservoir) als Lösung diskutiert werden.

OP-Ablauf beim ileoanalen Pouch

Es können zwei OP-Verfahren gemacht werden, einmal die Laparoskopie( Bauchspiegelung) und die Laparotomie (Bauchschnitt - die eher konventionelle OP).
Erst wird der Dickdarm vom Dünndarm in der Nähe der Klappe getrennt und dann anschließend alle Aufhängapparate vom Dickdarm befreit. Der Rest vom Mastdarm bleibt noch erhalten dort wird dann die Schleimhaut vollständig abgeschält, so das nur noch die Muskeln übrig bleiben. Aus der untersten Dünndarmschlinge wird der Pouch geformt und anschließend am oberen Schließmuskelbereich mit dem restlichen Mastdarm angenäht. Meistens wird für 3 Monate ein vorläufiger künstlicher Darmausgang angelegt. Dieser soll den Pouch in der Anfangszeit schneller heilen lassen und entlasten. In manchen Kliniken wird die OP ohne Entlastungsstoma, durchgeführt.
Gibt es Probleme beim Anlegen des Pouch kann noch immer ein Stoma angelegt werden.

Pouchitis

ist eine Entzündung eines Pouch. Es kommt meisten nach einer Pouchanlage vor und tritt 20 - 30% der Fälle auf. Es könnte auch eine schwere Pouchitis entstehen. Woher die Pouchitis kommt ist noch ungeklärt, wird aber noch erforscht. Die Pouchitis kann man mit Medikamenten z.B. mit dem Probiotikum VSL#3 behandeln wie die Colitis ulcerosa.